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evangelischen Kirchengemeinden Alsheim und Mettenheim
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Gottesdienst für zuhause

*** NEU ***

Zum Herunterladen: Hausgottesdienst 21.02.2021

Weitere Hausgottesdienste finden Sie im der Rubrik "Aktuelles"

Gedanken am Anfang des neuen Jahres

Ein anderer Jahresbeginn. Ohne große Feste, nur vereinzelt kleines Feuerwerk. Nun steht es im Kalender: 2021 – ein neues Jahr, 365 Tage. Was wird es bringen? Was wird da kommen? Manche haben Vorsätze gefasst und hoffen, dass sie sie nicht gleich in den ersten Januar-Tagen wieder über Bord werfen. Andere sagen: „Es wird werden. Ich mache keine Vorsätze. Ich lebe und hoffe, dass es gut gehen mag.“ Und wieder andere, gar nicht wenige, werden sagen: „Ich fasse gar keine Vorsätze für dieses Jahr, wer weiß, was es bringen mag; das letzte hat ziemlich schlecht aufgehört, das neue wird auch erst einmal schwierig sein, auch wenn da manche Hoffnungen auf diesem Jahr liegen: ein Impfstoff, der nicht nur gefunden, sondern jetzt wirklich baldmöglich in der Breite der Bevölkerung verteilt, verimpft, werden kann und damit hoffentlich diese Pandemie bekämpft und irgendwann auch überstanden sein mag.“

 

Neues liegt also vor uns. Manche sind noch ängstlich, manche sind mit großer Hoffnung in dieses Jahr hinein gegangen. Uns alle möge verbinden, dass es ein Jahr wird, in dem wir neu darauf vertrauen, dass Zusammenhalt, aufeinander Achten, gut miteinander Umgehen wirklich Grundpfeiler menschlichen Zusammenlebens sind und dass sich das in diesem Jahr bewahrheitet und erfüllt, auch und gerade im Umgang mit Corona; dass nicht die Corona- Leugner und Impfgegner die Oberhand behalten, sondern die Besonnenen, die mutig voran gehen.

 

Zusammenhalten, aufeinander Achten war und bleibt wichtig.

Die Bibel hat ein Wort dafür: barmherzig sein. An vielen Stellen der Bibel wird Gott so beschrieben. Das ist auch der Auftrag, den wir Menschen haben. In der Jahreslosung für dieses Jahr 2021 klingt er so:
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

 

Wenn man es genau anschaut, sind das zwei Ebenen: es ist eine Aussage über Gott und es ist eine Aufforderung an uns.

Die Aussage: Gott ist barmherzig. Er schaut dich an mit liebevollem Blick. Er nimmt sich deiner an. Manchmal spürst du das deutlich, manchmal weniger; manchmal fragst du womöglich auch: Warum geschieht mir dieses? Warum lässt du, Gott, jenes zu?

Dass Gott barmherzig ist, dass er ein Herz hat für dich, für all das, was arm und klein in dir selbst ist, dass du auch so sein darfst und dich nicht groß machen musst, sondern dass Gott dich annimmt, wie du bist – das ist Barmherzigkeit; dass du vor Gott nichts leisten musst, dass er dich liebt, weil du bist. Das ist jedem von uns zugesagt – ob wir das glauben können oder ob uns das manchmal schwerer fällt.

 

Daraus erwächst dann der Auftrag: Seid barmherzig!

Schau auf deine Nächsten. Geh nicht achtlos an ihren Sorgen vorbei. Kümmere dich um die Menschen, die dir anvertraut sind.

Was könnte das alles sein? Ruf vielleicht jemanden an, von dem du weißt, dass er sehr einsam ist, sprich und sag: „Ich denke an dich. Ich wünsche dir ein gutes neues Jahr.“

Schau, wer deine Hilfe brauchen kann in der Nachbarschaft – wenn du damit nicht schon längst angefangen hast.

Such nach einem Streit mit jemandem nicht danach, wann derjenige auf dich zukommen müsste, sondern mach du den ersten Schritt, sei du barmherzig, hab Erbarmen mit dem Gegenüber, das dir, wie du empfindest, Unrecht getan hat.

 

Geht achtsam miteinander um. Nehmt euch Zeit füreinander. Hört einander zu. Redet nicht gedankenlos übereinander oder wild durcheinander, sondern achtet auf das, was jeder Einzelne zu sagen hat; jeder Mensch hat eine Stimme, die gehört werden soll.

Alles das und noch viel mehr drückt sich in dieser Jahreslosung aus.
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

 

Ein schönes Wort für dieses Jahr. Es erinnert mich an ein anderes, sehr bekanntes Wort aus der Bibel: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.

Da gilt auch: Weil Gott dich liebt, sollst du anderen mit Liebe begegnen und Werke der Liebe und der Barmherzigkeit tun. Man spricht meist vom so genannten Doppelgebot der Liebe. Aber eigentlich ist ein Dreifachgebot: du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben. Und deinen Nächsten. Wie dich selbst.

Hand auf´s Herz: Wem gelingt das schon? Sich selbst zu lieben, wie man eben ist? Bedingungslos. Das wäre eine erste Übung für dieses Jahr: Liebe dich selbst! Sei barmherzig mit dir selbst! Geh nicht unbarmherzig mit dir selbst um! Achte darauf, was dir gut tut! Nimm dir Zeit für Freunde, für Momente, in denen du Freude bei bestimmten Aktivitäten erlebst. Nimm dir auch Zeit für Gott: lies in der Bibel, sprich ein Gebet, bleib mit Gott in Kontakt.

Sei barmherzig mit dir selbst – und dann auch mit anderen, weil Gott barmherzig ist, auch mit dir. Weil er dich anschaut mit seinen Augen der Liebe.

 

Versuchen wir doch in diesem neuen Jahr, auch für uns selbst mehr gelten zu lassen: Ich bin geliebt bei Gott. Das will ich weitergeben an alle, die mir begegnen. Ich will versuchen, mich wenig aufzuregen über andere, sondern in ihnen auch ein Geschöpf Gottes zu sehen, wie ich eines bin.

Sei barmherzig mit allen, die dir begegnen. Das ist fraglos eine große Aufgabe. Aber wer hätte je gesagt, dass es im Leben immer nur kleine und leichte Aufgaben zu lösen gälte. Also: Packen wir´s an, dieses neue Jahr. Seien wir barmherzig – mit uns selbst und mit denen, die uns begegnen werden. So möge es ein gutes, ein besseres, in allem ein gesegnetes Jahr 2021 werden.

 

Herzlich grüßt Sie

Ihr Pfarrer Markus Müsebeck

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